Das Markus-Fragment aus der Mumienmaske – alle Fakten

Markus-Fragment

Titelbild: Nicht das Markus-Fragment, aber ebenfalls aus einer Mumienmaske stammt dieses Papyrus.

Viel wurde inzwischen geschrieben über ein mysteriöses Papyrusfragment des Markus-Evangeliums, das aus dem 1. Jahrhundert stammen soll. Anstatt die Geschichte zu wiederholen, soll dieser Post alle Informationen sammeln, die zu dem Markus-Fragment bekannt sind. Den Artikel möchte ich gerne auf dem neusten Stand halten und regelmäßig aktualisieren. Dabei freue ich mich auch auf Leser-Hinweise!

Von dem Phantom-Papyrus ist seit 2012 immer wieder die Rede, doch auf eine wissenschaftliche Analyse aus erster Hand oder verlässliche Fakten warten wir bis heute. Obwohl es für gewöhnlich als unmöglich gilt, eine antike Handschrift so genau zu datieren, sind sich die eingeweihten Experten sicher: Der Text auf dem Stück Papyrus wurde im 1. Jahrhundert, nach einigen Angaben um 80 oder 90 n. Chr. verfasst. Wenn das stimmt, hätten wir es mit einem Jahrhundertfund zu tun. Es wäre die älteste bekannte Abschrift des Neuen Testaments (s.a. mein erster kurzer Bericht) und ein höchst unwahrscheinlicher Fund. “Das Markus-Fragment aus der Mumienmaske – alle Fakten” weiterlesen

Lesetipps von anderen Bibelblogs (Januar)

In dieser Serie präsentiere ich euch jeden Monat die interessantesten Bibel-bezogenen Artikel aus dem Netz, die ich gefunden habe.

Die Nachricht des Monats

Was bisher für unmöglich gehalten wurde, könnte eintreten: Ein Papyrus-Fetzen aus dem Markus-Evangelium, der möglicherweise aus dem 1. Jahrhundert stammt, hat in den vergangenen Wochen Schlagzeilen gemacht. Hier ein englischer Bericht. UPDATE: Inzwischen erfahrt ihr auch hier alle Fakten zum Markus-Fragment.

Wenn die Berichte stimmen, wäre das eine echte Sensation. Die Bibel ist schon jetzt das bei weitem am besten erhaltene Werk der Antike. Die ältesten Zeugnisse stammen aus dem 2. oder 3. Jahrhundert. Von anderen Werken antiker Autoren haben wir oft nur Abschriften aus dem Mittelalter. “Lesetipps von anderen Bibelblogs (Januar)” weiterlesen

Genau und verständlich übersetzt? Die Offene Bibel und der Trick, der es möglich macht

Schon Luther hat es erkannt: Wenn man bei möchte, dass die Leute eine Bibelübersetzung verstehen, muss man “dem Volk auf’s Maul schauen” und darf eben nicht an jeder Stelle wörtlich übersetzen. Sprachen lassen sich nicht 1:1 übersetzen; die Bibel ist da keine Ausnahme. Ein Wortspiel, das ein Jude im 1. Jahrhundert verstanden hätte, das verstand ein deutscher Bauer im 16. Jahrhundert noch lange nicht.

Die anonymen Übersetzer des Alten Testaments in Griechische setzten andere Prioritäten. Die so genannte “Septuaginta” entstand in den letzten Jahrhunderten vor Christus. Die Übersetzer wollten das Wort Gottes auf keinen Fall entstellen und bemühten sich um eine weitgehend “wörtliche” Übersetzung. Heraus kam dann ein Griechisch, das eher Hebräisch klang. Es übertrug den hebräischen Satzbau direkt ins Griechische und verwendete griechische Verben so wie hebräische. Die Übersetzung war die einzige Möglichkeit für Griechisch sprechende Juden, die Hebräische Bibel zu lesen. Verständlich oder nicht, sie war ein so durchschlagender Erfolg, dass sie unter den frühen Christen Standard-Bibel war und an zahlreichen Stellen im Neuen Testament zitiert wird. Die Septuaginta war eine Übersetzung von Juden für Juden. Ich vermute allerdings, dass die Griechen darin eher einen weiteren Grund gefunden hätten, sich über dieses seltsame Volk zu amüsieren. Ein Volk mit nur einem Gott und merkwürdigen Bräuchen, da passte ein merkwürdiges religiöses Buch bestens, keine weiteren Fragen.

Offene Bibel und Luther: Es gibt Parallelen
Das Lächeln des Reformators: Die Offene Bibel ist gewissermaßen auf den Spuren Luthers (hier auf einem Gemälde von Lukas Cranach d. J., 1558)

Bis heute sind sich Übersetzer und Leser der Bibel nicht einig geworden, ob nun eine wörtliche oder eine auf Verständlichkeit ausgelegte Übersetzungsmethode besser ist. Das ist ja auch kein Wunder; beide Ansätze haben ihre Stärken – aber eben auch Schwächen. Keine Übersetzung kann zur gleichen Zeit völlig genau und optimal verständlich sein. Man kann entweder den Sinn des Textes möglichst getreu übertragen, oder seinen Wortlaut. Irgendwie unbefriedigend.

Aber muss man sich mit diesem Zustand zufrieden geben? Die Offene Bibel ist eine relativ neue deutsche Übersetzung, die sich nicht zufrieden gibt. “Genau und verständlich übersetzt? Die Offene Bibel und der Trick, der es möglich macht” weiterlesen