Das Bibel Projekt: Ein Interview mit Philipp Kruse

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Letzten Sommer erregte „The Bible Project“ in den sozialen Medien einige Aufmerksamkeit. Unter diesem Namen veröffentlichen ein amerikanischer Theologe und ein Grafikdesigner gemeinsam wunderschöne und inhaltlich hochwertige Videos zur Bibel. Als ich ihren Youtube-Kanal entdeckte und beim Genesis-Video anfing, musste ich mich regelrecht davon loseisen.

Seit diesem Jahr gibt es die ersten Videos vom Bibel Projekt auf Deutsch. Der Projektleiter Philipp Kruse war so freundlich, biblio-blog.de dazu einige Fragen zu beantworten. “Das Bibel Projekt: Ein Interview mit Philipp Kruse” weiterlesen

Die Bibel sollte frei zugänglich sein, angefangen mit der Einheitsübersetzung

Die Einheitsübersetzung soll Open Access werden

Dieses Jahr soll nicht nur eine Revision der Lutherbibel erscheinen, sondern auch eine der Einheitsübersetzung. Die Einheitsübersetzung ist die offizielle Bibelübersetzung der deutschen Katholiken und meiner Erfahrung nach eine relativ gelungene Mischung aus inhaltsgetreuer Wiedergabe ohne unnötige Freiheiten. Die Erstausgabe der ökumenischen Bibelübersetzung ist über 40 Jahre alt, die erste Revision (von 1979/80) nicht viel jünger.

Zu dieser Revision der Einheitsübersetzung kommt aus dem Netz ein interessanter Vorstoß: Eine Petition an die deutsche Bischofskonferenz will erreichen, dass der Bibeltext zum nichtkommerziellen Gebrauch uneingeschränkt freigegeben wird – die Einheitsübersetzung soll nach dem Willen der Unterzeichner Open Access werden. “Die Bibel sollte frei zugänglich sein, angefangen mit der Einheitsübersetzung” weiterlesen

“Evangelium der Frau Jesu”: Wie investigativer Journalismus die Fälschung bestätigte

Das "Evangelium der Frau Jesu"

Einmal mehr, möchte man der Überschrift hinzufügen. Denn nach der Veröffentlichung des sensationellen Fragments im Jahr 2012 hatten bloggende Theologen das “Evangelium der Frau Jesu” innerhalb weniger Tage als Fälschung bloßgestellt. Dass der Text einen auffälligen Schreibfehler aus einer Online-Ausgabe des Thomas-Evangeliums enthielt, überzeugte die allermeisten Fachleute. Nur die Massenmedien ließen sich dazu hinreißen, auf die vermeintliche Sensation hereinzufallen. Und ihr natürlich einen ganz anderen historischen Stellenwert zuzuschreiben, als sie in Wirklichkeit aufweist. Es wäre der erste antike Text, in dem erwähnt wird, dass Jesus verheiratet gewesen sein könnte.

Auch Karen King ließ sich nicht beeindrucken, die Patin des “Evangeliums der Frau Jesu”. Erste wissenschaftliche Tests schienen ihr Recht zu geben: Das verwendete Papyrus erwies sich tatsächlich als antik. Auch die Tinte wies keine offensichtlich modernen Materialien auf. Die Möglichkeit einer geschickten Fälschung ließ sich dadurch freilich noch nicht ausschließen. Die Medien berichteten dennoch schon, das “Evangelium der Frau Jesu” sei echt. Auch Prof. King erschien es zu unplausibel, dass ein hypothetischer Fälscher von solcher Geschicklichkeit sich einen so groben Schnitzer wie einen kopierten Schreibfehler leisten würde. Die Harvard-Professorin war fest davon überzeugt, dass letztlich nur weitere wissenschaftliche Tests den Ausschlag zu einem Urteil darüber geben dürften, ob der Fund gefälscht war.

Trotz großer Skepsis an dem Fund aus weiten Teilen der Wissenschaft widmete die Fachzeitschrift “Harvard Theological Review” 2014 dem “Evangelium der Frau Jesu” und seiner Erforschung eine ganze Ausgabe. Darin kam nur ein Skeptiker zu Wort. Doch im Juli 2015 bestätigte eine Ausgabe des Journals “New Testament Studies” erneut, dass das Papyrusfragment wahrscheinlich eine moderne Fälschung ist – sämtliche darin zu Wort kommenden Experten vertraten diese Ansicht.

Erst jetzt, dreieinhalb Jahre nach der öffentlichen Vorstellung des Texts, ist einem investigativen Journalisten gelungen, was skeptische  Fachkollegen nicht geschafft hatten: Prof. King zu der Einsicht zu bewegen, dass das “Evangelium der Frau Jesu” wohl gefälscht ist. ““Evangelium der Frau Jesu”: Wie investigativer Journalismus die Fälschung bestätigte” weiterlesen