Die Werte des Schreibens

Wie einen neuen Blog beginnen? Vielleicht mit einer persönlichen Besinnung auf die Werte des Schreibens.

Der Theologe und Blogger Charles Halton hat vor einiger Zeit einen fast schon trivial klingenden, aber wertvollen Gedanken festgehalten: Das Schreiben ist ein Geschenk. Nicht für den Autor, sondern für die Leser. Wer schreibt, um bekannt zu werden, schreibt aus den falschen Motiven, so Halton, denn: Geniale literarische Werke lassen sich nicht planen. Halton schließt daraus für Akademiker: Genauso wenig kommt jemand zu bahnbrechenden neuen Forschungsergebnissen, wenn sich jemand in den Kopf setzt, im nächsten Jahr einen Nobelpreis zu gewinnen. Schreiben sollte man also quasi aus Vergnügen, zum uneigennützigen Selbstzweck, und nicht Kalkül.

Ich will diesen Gedanken aufs Bloggen übertragen: Auch dabei zählt die Motivation. Geht es mir um Selbstdarstellung? Oder ist mein Ziel, dass meine Leser einen Gewinn haben? Ich gebe ja zu, dass ich einige ambitionierte Ideen nicht immer ganz aus dem Kopf verbannen kann. Aber ich weiß gleichzeitig, dass ich vor allem deshalb bloggen will, weil die Gedanken doch irgendwie heraus wollen, und nicht weil ich mich präsentieren möchte.

Zweitens: Auch ein Blog lebt von neuen Beiträgen, nicht vom Aufkochen fremder Geistesblitze. Das Schreiben ist ja in gewisser Hinsicht eine Kunst. Und Kunst lebt von Kreativität. Dagegen lässt sich natürlich einwenden, dass auch erfolgreiche Blogger zuweilen in ihren Beiträgen die Inhalte Anderer neu aufbereiten. Sie verlinken auf Nachrichten, Diskussionen und andere gute Beiträge. Aber die Leser sind damit zufrieden, weil der jeweilige Blogger dem Ganzen eine persönliche Note verleiht – durch Auswahl und Aufmachung der Inhalte, aber auch durch gelegentliche eigene Originale.

Für christliche Blogger hat das Bloggen aber noch eine ganz andere Dimension, nämlich eine geistliche. Ebenso wenig, wie man Kreativität planen kann, ist es selbstverständlich, dass Gottes Segen auf dem ruht, was wir unternehmen. Wenn ein christlicher Blog dem Leser auch geistlichen Gewinn bringen soll, sollte der Schreiber seine Pläne Gottes Willen unterordnen. Auch beim Schreiben sollte man sich auf Gottes Führung verlassen. Für mich eine spannende Herausforderung! Bloggen kann so zu einem Gottesdienst werden, der Gott die Ehre gibt und Menschen Freude macht – und hoffentlich näher zu ihm führt. Grandios hat das ja schon der kleine Westminster-Katechismus erfasst:

1. Was ist das höchste Ziel des Menschen?
Das höchste Ziel des Menschen ist, Gott zu verherrlichen und sich für immer an ihm zu erfreuen.

Dieser Blog entsteht, weil ich bemerkt habe, dass es keinen mir bekannten deutschen Blog gibt, der sich leicht verständlich und interessant mit biblischen Themen befasst (ob das wirklich stimmt, weiß ich nicht…). Zudem ist mir bewusst geworden, dass auf meinem Blog bei der Offenen Bibel nicht für alles Platz ist, was ich gerne loswerden oder vermelden würde. Was ich genau für diesen Blog geplant habe, erfahrt ihr im nächsten Eintrag.

Damit ein herzliches Willkommen auf diesem Blog.

Bildnachweis: Olivander, Titel nicht auszumachen, via photo pin, CC BY-NC-SA 2.0 Lizenz

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