In eigener Sache: Meine neue Stelle bei Faithlife

Fünf Tage durchfahren. Eine Distanz von derselben Größenordnung wie eine Reise von Spanien nach Osteuropa. Neues Haus, neue Schule – neuer Arbeitgeber.

Seit Anfang Oktober verdiene ich mein Geld bei Faithlife, Inc. im US-Bundesstaat Washington. Die wohl größte christliche Softwarefirma der Welt ist vor allem für das professionelle Bibelprogramm Logos Biblesoftware bekannt. Dort bin ich nun für die Vermarktung und Zusammenstellung des deutschen Logos-Angebots zuständig, außerdem für andere Bereiche wie Kundenbetreuung und Produktlizenzierung.

Logos begleitet mich schon seit dem dritten Semester meines Theologiestudiums, als ich es auf den dringenden Rat eines Dozenten hin angeschafft habe. Seitdem hat es sich in zahlreichen Projekten und Vorhaben als unersetzlich erwiesen – für die wissenschaftliche Exegese im Studium, zum Bibelübersetzen für die Offene Bibel, zur Recherche der wichtigsten und unwichtigsten biblischen Themen, auch für diesen Blog, zur Predigtvorbereitung oder einfach zum Bibellesen. Und ab 2014 dann auch bei meiner freiberuflichen Arbeit für Faithlife – zunächst bei der Erstellung der erweiterten Interlinearbibel der Lutherbibel 1984, dann bei der Übersetzung eines griechisch-hebräisch-deutschen Mini-Wörterbuchs und einigen anderen Arbeiten, die ich als Freelancer zum deutschen Logos-Angebot beigetragen habe.

Meine Ziel im neuen Job als Verstärkung des deutschen Teams ist es, mit Logos den deutschen Markt besser zu erschließen. Dazu haben wir dieses Jahr mit der Veröffentlichung erster deutscher Bibelsoftware-Pakete einen großen Schritt gemacht (ich habe sie hier schon vorgestellt). Aber noch benutzen relativ wenige deutschsprachige Geistliche, Theologen, Theologiestudenten oder Laien das leistungsstärkste Bibelprogramm überhaupt. Was ein Jammer ist, denn Logos spart beim Erforschen der Bibel Zeit, Geld und hat daneben die schöne Eigenschaft, das man beim Benutzen ganz von selbst neue Einsichten in die Schrift erlangt. So ähnlich, wie man bei Wikipedia dank der vielen Links zu anderen Artikeln ständig etwas Neues entdecken kann, so lädt auch die große und gut vernetzte digitale Bibliothek eines Logos-Basispakets zum Stöbern und Schmökern ein.

Logos nimmt auch auf diesem Blog eine relativ prominente Rolle ein. Die folgenden Beiträge sind dem Bibelprogramm gewidmet:

Wie es mit diesem Blog hier weitergeht, ist noch nicht sicher. Einerseits ändert sich nichts an meinem Wunsch, ihn fortzusetzen, endlich regelmäßig zu schreiben, endlich mehr direkt exegetisch zu arbeiten. Ich habe eine Liste mit wohl über 100 Ideen für neue Posts. Ein gutes Dutzend halb oder beinahe fertiggestellter Beiträge beschäftigt mich immer mal so nebenher. Die Lutherbibel 2017 und revidierte Einheitsübersetzung will ich schon seit Monaten wenigstens einmal ansprechen. Dem im Spätsommer erschienenen Logos 7 habe ich trotz Rezensionsexemplar auch noch keinen Beitrag gewidmet.

Andererseits sind da die neue Stelle und auch die Familie. Beide werden meine Zeit auf lange Sicht in Anspruch nehmen. Ich vermute bislang, dass es hier in etwa so weitergehen wird wie bisher – vielleicht ein neuer Beitrag im Monat, von gewohnt hoher Qualität. Vielleicht auch weniger. Schreiben über die Bibel hat für mich auch etwas Devotionales, und wenn ich wieder mehr Zeit habe, glaube ich nicht, dass ich der Versuchung lange widerstehen kann.

P.S.: Der deutsche Logos-Blog wird seit einiger Zeit wieder regelmäßig mit neuen Artikeln versorgt.

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